Drei wesentliche Gründe, um als Selbständiger auf Outsourcing zurückzugreifen

Dieses Szenario wird wohl jedem Selbständigen im Netz bekannt vorkommen: Man beschließt sich selbständig zu machen und steht kurzerhand vor einem riesigen Berg an Aufgaben, die bewältigt werden müssen. Gerade zu Beginn seiner Tätigkeit bleibt einem nichts anderes übrig, als alles selbst zu erledigen. Warum? Kosten sparen!

Auf lange Sicht ist die Vorgehensweise jedoch nicht unbedingt sinnvoll und praktikabel.

Was bedeutet Outsourcing genau?

Unter dem Begriff Outsourcing (zu Deutsch “Auslagerung”) versteht man ökonomisch gesehen “die Abgabe von Unternehmensaufgaben- und -Strukturen an externe oder interne Dienstleister” (Quelle). In unserem Fall – den selbständigen Web-Workern – dementsprechend den externen Dienstleistern.

In der Praxis haben wir ein anstehendes (Teil-)Projekt, welches wir nicht selbst (vollständig) umsetzen können (oder wollen) und suchen hierfür einen Dritten, der diese Aufgabe für uns erledigt. Dieser wird selbstverständlich für die Übernahme meiner Aufgaben bezahlt. Doch welche Gründe gibt es, diese Extra-Kosten auszugeben?

Vorteile von Outsourcing

Meiner Meinung nach gibt es drei wesentliche Gründe, um als Selbständiger auf Outsourcing zurückzugreifen:

1. Zeitersparnis

Durch das Auslagern von Aufgaben sparen wir Zeit. Diese freie Zeit können wir wiederum in die Lösung von anderen – im Optimalfall – noch wichtigeren Aufgaben investieren. Eventuell haben wir sogar ein Projekt, welches von uns in der vorgegebenen Zeit allein gar nicht umgesetzt werden kann. Hier ermöglicht uns Outsourcing, das Projekt dennoch anzunehmen und den Umsatz zu erzielen.

Investiere Geld, um Zeit zu sparen. Investiere jedoch nie Zeit, um Geld zu sparen.

2. Know-How einkaufen

Der zweite Grund für Outsourcing ist die Beschaffung von Fähigkeiten bzw. Know-How. Wir können definitiv Experten auf unserem Fachgebiet sein, wir werden es jedoch niemals in sämtlichen Bereichen. Daher wird früher oder später die Situation kommen, in der wir auf die Hilfe von Anderen angewiesen sind. Was bedeutet das nun für mein bevorstehendes Projekt? Entweder ich lehne es ab, da ich die Anforderungen selbst nicht vollständig erfüllen kann, oder ich hole mir einen Experten (in diesem Fall einen externen Dienstleister) ins Boot und kann das Projekt erfolgreich abschließen.

3. Passives Einkommen generieren

Das Ziel vieler Selbständigen im Netz ist das Erzielen von passiven Einkommen. Wir investieren zu Beginn im größeren Umfang Zeit und Geld, um eine Basis für unser zukünftiges Einkommen zu legen. Zukünftig sollen die Einnahmen jedoch von alleine fließen und der dafür notwendige Arbeitsaufwand unsererseits zurückgehen. Die im späteren Verlauf anfallenden Aufgaben eigenen sich ebenfalls dazu, ausgelagert zu werden, um so dem ursprünglichen Gedanken des passiven Einkommens gerecht zu werden.

Nachteile von Outsourcing

Kosten

Niemand arbeitet heutzutage umsonst. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass gute Arbeit auch gut bezahlt werden muss. Dementsprechend sind Kosten für’s Outsourcing einzuplanen. Diese sollten jedoch in einem ordentlichen Verhältnis zu meinen erwartenden Einnahmen stehen, sonst lohnt sich – wirtschaftlich gesehen – das Outsourcing wiederum nicht.

Koordination

Sobald wir Aufgaben an einen externen Dienstleister abtreten, müssen wir diesen besonders zu Beginn eines Projektes über die Anforderungen briefen, die genaue Vorgehensweise besprechen und das zu erwartende Resultat deutlich klarmachen. Hierbei ist es von Vorteil, wenn wir des Öfteren mit den gleichen Dienstleistern zusammenarbeiten. Mit der Zeit spielt sich die Zusammenarbeit bekanntermaßen ein.

Lernen loszulassen

Eines der größten Probleme für Selbständige ist das Loslassen! Wir haben uns selbständig gemacht, weil wir unsere eignen Ideen und Visionen umsetzen wollen. Nun müssen wir diese Verantwortung – teilweise – an einen Fremden abgeben? Mit dieser Vorstellung können sich nicht alle Selbständigen anfreunden.

Was kann ich alles “Outsourcen”?

In nahezu jedem Aufgabenfeld steckt Potential für Outsourcing. Als Web-Worker denke ich hierbei zuerst an den Bereich Technik: Ich persönlich, bin Web-Entwickler und kein Web-Designer. Demnach ziehe ich hin und wieder für die Projekte meiner Kunden (aber auch meine eigenen) einen professionellen Grafiker hinzu. Das erleichtert mir die Arbeit ungemein, ich spare Zeit und kann im Endeffekt mehr Projekte in der gleichen Zeit abschließen. Neben meinen persönlichen Kontakten, nutze ich in diesem Bereich gerne Envato Studio und habe bisher nur tolle Ergebnisse geliefert bekommen.

Manchmal kommt es auch vor, dass ich beispielsweise bei der Umsetzung in einem Spezialgebiet Hilfe benötige, oder einfach aus Zeitgründen (wie oben beschrieben) eine Aufgabe auslagern muss. Dann nutze ich gerne Plattformen wie Freelancer. Dort findet man zu nahezu jedem technischen Bereich fachkundige Hilfe. Hierbei sollte man sich jedoch die Bewertungen der einzelnen Dienstleister durchlesen. Sicher ist sicher, damit ich für mein Geld auch das bekomme, was ich erwarte.

Aber auch im redaktionellen Bereich macht es sich bezahlbar, auf einen externen Dienstleister zurückzugreifen. Bei Diensten wie Textbroker kann man sich durchaus hochwertigen Content (Inhalte) erstellen lassen, ohne selbst schreiben zu müssen.

Zur Selbständigkeit gehören leider – wie allseits bekannt – auch jede Menge Verwaltungsarbeiten. Stichwort Buchhaltung: Dem Gang zum Steuerberater, welcher mir die Arbeit nahezu komplett abnimmt, stehen Software-Lösungen wie z.B. Fastbill gegenüber. Diese nehmen mir die Arbeit zwar nicht komplett ab, erleichtern die Durchführung jedoch erheblich.

Dies sind nur einige Beispiele für Anwendungsfelder des Outsourcings.

Selbständigkeit und Outsourcing – Die Lösung?

Abschließend stellt man sich nun vielleicht die Frage, ob ich durch Outsourcing all meine Probleme lösen kann? Sicherlich nicht. Aber durch das Auslagern von Aufgaben spare ich gegebenenfalls Zeit, Nerven und kann Projekte durchführen, zu denen ich alleine, sei es aus Zeit- oder Expertise-Gründen, nicht in der Lage gewesen wäre.

In kann jedem aus eigener Erfahrung nur empfehlen, einmal darüber nachzudenken, loszulassen und sich mit der Thema zu befassen. Das mag sicherlich nicht für jedes Projekt sinnvoll sein, aber hin und wieder wird es dir bestimmt weiterhelfen.

3 Comments

  • Hey Florian,

    schöner Artikel. Outsourcing ist gerade durch das Internet spannend geworden: denn überall auf der Welt sitzen talentierte Leute – sie müssen nur gefunden werden.
    Ganz klar ist jedoch, dass sich Outsourcing nur lohnt, wenn man in der gesparten Zeit mehr Geld einnehmen kann, als man durch Outsourcing ausgibt. Oder man lernt in dieser gesparten Zeit, um später wiederrum mehr Geld zu verdienen. Da hast du aber genügend Punkte aufgelistet. 🙂

    Viele Grüße,
    Alex von akleineb.de

    • Hey Alex,

      wie du schon richtig sagst (und ich ja auch in meinem Beitrag geschrieben habe): du musst durch’s Outsourcing natürlich mehr Geld einnehmen, damit es sich lohnt. Versteht sich von selbst 😉

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